Die Grenzlandkampagne

Eine Old-School D&D-Kampagne

Die Grenzlandkampagne war eine Dungeons & Dragons Kampagne, die in der fiktiven Welt Mystara spielte. Kern der Kampagne war das Modul B2 – Festung im Grenzland. Und ganz offensichtlich wurde von diesem Modul auch der Name für die Kampagne entlehnt. Neben dem klassischen Mystara Setting kamen in der Kampagne auch Elemente aus der Greyhawk-Welt vor, wie zum Beispiel die Ortschaften Hommlet und Nulb.

Die erste Session der Grenzland-Kampagne wurde am 08.04.2016 gespielt, die letzte am 23.04.2021. Über diese 5 Jahre spielten wir rund 50 Sessions. Zu Beginn in monatlichen Abständen, später alle 2 Wochen, und seit Anfang 2021 wöchentlich – immer mit einer Sommerpause von Ende April bis Ende September. Rund 20 Spieler:innen beteiligten sich in wechselnder Konstellation an der Kampagne. Rund 30 Charaktere starben im Verlauf der Kampagne … oh boy … Die alten D&D Varianten sind berühmt und berüchtigt für ihre “Tödlichkeit”.

Die Handlung

Zu Beginn spielten sich die Ereignisse der Kampagne zwischen der Festung im Grenzland und den Chaoshöhlen ab. Die Charaktere waren ins Grenzland gekommen, um auf Abenteuer auszuziehen, und so Ruhm und Gold zu gewinnen. Nicht wenige Charaktere bezahlten das mit ihrem Leben, und noch mehr Monster in den Wäldern und Höhlen mussten dran glauben. Schließlich überfiel der mächtige Drache Darpantor die Festung und die Charaktere waren gezwungen die Festung zu verlassen. Sie fanden Zuflucht im zwei Tagesreisen westlich gelegenen Hommlet und zogen fortan von dort auf Abenteuer aus. Zu Beginn auch noch gelegentlich in die Ruinen der Festung, die nun von Dämonen heimgesucht wurde.

Später – in der 4. Spielzeit – begab man sich auf eine Reise in das Reich der Zwerge im nördlichen Gebirge. Das Ziel war, Handelsbeziehungen mit den Zwergen aufzubauen, und andererseits einem der Spielercharaktere bei der Erfüllung ihrer Queste zu helfen. Am Ende wurde so ein von dunklen Mächten gefangener Golddrache – der “irdische” Avatar einer rechtschaffenen Gottheit – von den Spielercharakteren befreit, und das Land der Zwerge vor dem Verderben bewahrt.

Das Grenzland aus Sicht der Spieler

Schließlich trat mit der 5. Spielzeit ein seltsamer Kult auf den Plan. Die “Einmonder” – fanatisch rechtschaffene Kleriker und Zauberkundige aus der Hauptstadt Spekularum – hatten sich in den Kopf gesetzt, einen der beiden Monde Mystaras, den roten Mond Daro aus dem Himmel zu heben, um dadurch dem Chaos ein für alle mal Einhalt zu gebieten. Am Ende stellte sich heraus, dass alles eine Verschwörung des Drachen Darpantor war. Er hatte 50 Jahre zuvor mit einem anderen Drachen gewettet, dass es ihm gelingen würde Daro aus dem Himmel zu heben.

Allein, Darpantor verlor am Ende seine Wette. Den Spielercharakteren gelang es zwar nicht, die Einmonder an der Durchführung ihres wahnsinnigen Rituals zu hindern, doch sie konnten so viel Verwirrung stiften, dass es am Ende Maro, den anderen, helleren der beiden Monde traf. Selbst Darpantor, der die Wut über sein Scheitern an den Helden auslassen wollte, konnte in die Flucht geschlagen werden. Schließlich, durch das Zerreißen des Mondes, erschütterten heftige Erdbeben das Grenzland, tiefe Erdspalten rissen auf, und verschluckten so manchen Abenteurer für immer. Andere wurden auf fremde Ebenen gerissen, und nur wenige konnten später von den letzten Tagen des alten Grenzlandes berichten.

Die Quellen

Die Kampagne begann 2016 mit einem Spielabend mit Freunden, auf Grundlage des Basic Set von 1983, auch bekannt als “Rote Box”, und wie schon gesagt dem Modul Festung im Grenzland (beim System Matters Podcast gibt es übrigens eine empfehlenswerte Episode zur Festung im Grenzland).

Basic D&D und B1 – Festung im Grenzland

Im Laufe der Jahre ist ein dicker Aktenordner an Notizen zusammen gekommen, und ich habe als Regelmaterial für die Spieler 3 Bände Menschen & Magie geschrieben.

Der Kampagnenordner und Menschen & Magie

Außer dem Hauptplot gab es diverse Nebengeschichten, für die ich verschiedenste Quellen sowohl aus den alten Originalen, als auch aus der OSR-Szene genutzt habe:

Die übrigen Quellen der Grenzlandkampagne

Lessons Learned

Zeit in der Kampagne

Je länger die Kampagne lief, desto mehr habe ich den Zeitverlauf als Basis der Planungen und Vorbereitungen genutzt. Zu diesem Thema habe ich bereits hier etwas geschrieben. Wie Recht Gary Gygax mit dem folgenden Zitat hat:

EINE SINNVOLLE KAMPAGNE KANN ES OHNE DAS GENAUESTE FESTHALTEN DES ZEITVERLAUFS NICHT GEBEN.

Gary Gygax, AD&D Handbuch für Spielleiter, 1979

Umgang mit Charaktertoden

Old-School D&D ist wie eingangs bemerkt ein “tödliches” Spiel. Charaktere niedriger Stufen haben so wenig Lebenspunkte, dass ein einziger Schwerthieb die Karriere des Charakters beenden kann. In der ersten Spielsession hätte – streng nach Regeln – bereits nach etwa 10 Minuten Spielzeit der erste Charakter tot sein müssen.

Es ist wichtig Gefahren sehr deutlich zu machen, in dem mögliche Warnzeichen eindeutig beschrieben werden. Es sollte immer klar sein, dass sich die Spieler:innen sehenden Auges der tödlichen Gefahr gestellt haben, und selbst für das Wohl und Wehe des Charakters verantwortlich sind.

Ein besonderes Problem sind hier Zufallsbegegnungen, bei denen die Würfel ergeben, dass die Charaktere überrascht werden, und der Reaktionswurf eine feindselige Haltung oder sogar sofortigen Angriff gegen die Charaktere anzeigt. Solche Begegnungen haben häufig zu vorzeitigem Charaktertod geführt, wobei die Spieler kaum Gelegenheit hatten zu reagieren. Über die Gefährlichkeit solcher Situationen sollte man sich als Spielleitung immer im Klaren sein, und man sollte sich bemühen, wenigstens eine ungute Vorahnung entstehen zu lassen.

Wenn es schließlich doch dazu kommt, dass ein Charakter stirbt, dann sollte der Moment genutzt werden, dem Charakter noch einmal ein letztes Spotlight zu geben. Vielleicht stirbt er nicht sofort, sondern kann den Gefährten noch eine Botschaft mit auf den Weg geben, oder er reißt vielleicht einen Gegner mit in den Tod … eine goldene Gelegenheit für cinematische Dramatik.

Auf der anderen Seite gibt es in der Fantasywelt viele Möglichkeiten, verstorbene Charaktere aus dem Reich der Toten zurück zu holen. Diese Möglichkeiten wurden tatsächlich bis auf ein einziges Mal nie genutzt. Das ist eigentlich schade ist, denn der Versuch Wiederbelebung oder Reinkarnation für einen verstorbenen Charakter zu finden, ist natürlich ein hervorragender Aufhänger für weitere, durch die Spielercharaktere motivierte Abenteuer.

Erfahrungspunkte und Stufen

Zu Beginn der Kampagne gab es für jeden Charakter, der an einer Session teilnahm 500 Erfahrungspunkte, und zusätzlich 200 Erfahrungspunkte, die an einen beliebigen anderen Charakter verliehen werden durften. Ich hatte diese Regel eingeführt, da ich Sorge hatte, dass den Spielern das Erreichen neuer Erfahrungsstufen sonst zu langsam gehen könnte.

Leider führte diese Regel aus meiner Sicht aber dazu, dass sich die Spieler zu wenig um das Erreichen von Erfahrung auf dem klassischen Weg, nämlich durch das Sammeln von Schätzen, und das überwinden von Monstern kümmerten. Beides wichtige Story-Driver in einer klassischen Fantasy-Sandbox-Kampagne. Die Charaktere erwarben also nicht wirklich die Erfahrung die höherstufige D&D-Charaktere eigentlich haben sollten, und die Spieler:innen hatten wenig Anlass, entsprechende Strategien zu entwickeln.

Auch später, um diese Erkenntnis bereichert, habe ich es bis auf sehr seltene Ausnahmen nicht übers Herz gebracht, mit den Erfahrungspunkten strenger zu sein. Es hatte sich in der Kampagne eben etabliert, dass die Charaktere fast in jeder Sitzung 500 bis 1000 Erfahrungspunkte gut machten.

Ich möchte jeder Spielleiter:in empfehlen sich bei einer Kampagne mit den alten Regeln auch vertrauensvoll an die Standard-Regeln zu Erfahrungspunkten und Stufen-Aufstieg zu halten.

“Emergent Story-Telling

Als nächstes nehme ich mit, dass ich für meinen Geschmack noch viel zurückhaltender mit den der Planung von Abenteuern hätte sein können. Immer wenn ich das Gefühl hatte, die Charaktere wie auf Schienen durch eine Situation zu führen, lag das daran, dass ich zu viel vorgeplant hatte, und eine zu rigide Vorstellung davon hatte, was passieren sollte.

Dabei hat die Sandbox ihr Eigenleben, es gibt Nichtspielercharaktere, die etwas wollen, Gruppierungen mit konkurrierenden politischen Haltungen, Gerüchte und gelegentlich auch mal Auftraggeber, die helfen können eine Geschichte in Gang zu bringen. Aber der Impuls, die Motivation auf ein bestimmtes Abenteurer ausziehen, muss immer von den Spielercharakteren ausgehen. Erst, wenn die Charaktere von sich aus beginnen mit der Welt und den Nicht-Spielercharakteren zu interagieren, wenn sie beginnen eine eigene Agenda zu entwickeln, können authentische Geschichten – das emergent story telling- entstehen.

Die Kampagnenkarte aus Sicht der Spielleitung

Alle drei Punkte berühren letztlich ein gemeinsames Thema: die Spielmechaniken der Sandbox selbst bieten reichtlich Antrieb für Geschichten. Es ist unnötig, und sogar eher hinderlich, Abenteuergeschichten für die Charaktere voraus zu planen. Durch Ressourcenverbrauch und die Aktionen der Charaktere ergeben sich von selbst Spannungen, die zu Abenteuern führen. Damit das funktioniert, müssen diese Mechaniken allerdings auch zum tragen kommen können – dass bedeutet vor allem, dass die Spielleitung konsequent, unvoreingenommen, und unparteiisch die Regeln der Sandbox einhalten muss, die quasi als Erbe der Konfliktsimulations-Spiele in die DNA der alten Versionen von D&D eingebaut waren.

Eine recht späte Erkenntnis war schließlich, mich bei der Entwicklung der Welt auf die menschlichen Nicht-Spielercharaktere zu fokussieren. Wenn über D&D gesprochen wird, entsteht schnell der Eindruck, dass es in erster Linie eben um Dungeons und Dragons, also Monster ginge, und dass der Fokus auf dem Kampf gegen Monster läge. Aber es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die Abschnitte über Menschen in Monsters & Treasure, und im AD&D Monsterhandbuch, zu den längsten und detailliertesten Einträgen gehören. Auch Chainmail – das Regelheft für das Spiel mit Zinnsoldaten, welches als Vorläufer von Dungeons & Dragons gilt, beschäftigt sich ja in erster Linie mit Konflikten zwischen menschlichen Gruppierungen. In der zwischenmenschlichen Interaktion liegen natürlich die wahren Quellen für spannende Geschichten und Abenteuer, und wenn man sich die Details der Regeln genauer ansieht, wird auch deutlich, dass die Kampfwerte der menschlichen Kontrahenten viel besser und fairer mit den Werten der Spielercharaktere ausbalanciert sind, als die der Monster – letztere sind eben in erster Linie monströs und gefährlich.

Die Geschichten in einer Fantasy-Sandbox erzählen die Charaktere am besten selbst. Alles was es braucht ist eine plausible, wenn auch fantastische, lebende Welt, Nichtspielercharaktere, die ihre eigenen Ziele verfolgen, und Gerüchte und Situationen, die den Charakteren einen Einstieg ermöglichen.

Mit einer tiefen Verbeugung danke ich allen Spieler:innen dieser Kampagne für die Geschichten, die wir im Laufe dieser fünf Jahre erzählt haben!

Norwold zwischen Feuer und Eis

Eine hochstufige BECMI*-Kampagne

AS1 – Bewährung für die Kriegsherren

Hintergrund: Diese Kampagne beruht auf den veröffentlichten Abenteuermodulen AS1 Bewährung für die Kriegsherren, und M1 Im Mahlstrom.

König Ericall sucht geeignete Lehnsherren, um die Wildnis von Norwold zu entwickeln und zu kontrollieren. Norwold, viele Wochenreisen nördlich des Grenzlandes gelegen, wird von Alphatia beansprucht, und König Ericall hat seiner Mutter, der Kaiserin Eriadna von Alphatia, die Treue geschworen. Er wird Norwold vor den Ansprüchen des im Süden gelegenen expandieren Thyatis verteidigen. Mit der Zeit wird deutlich werden, dass selbst die Unsterblichen über das Schicksal Norwolds im Konflikt liegen, und wenn der Einfluss dunkler Mächte immer deutlicher spürbar wird, werden die Helden eines Tages aufbrechen müssen, um auf einer Reise durch die Ebenen den Unsterblichen selbst die Stirn zu bieten.

Spielercharaktere: Die Spielercharaktere sind erfahrene Abenteurer der 15. bis 20. Stufe, die bereits ihre Führungsqualitäten bewiesen haben, und nun dem Ruf Ericalls nach Norwold gefolgt sind. Sie werden dort, nachdem Sie dem König ihre Treue geschworen haben, mit Ländereien belehnt, für die sie fortan verantwortlich sind.

Das Spiel dieser hochstufigen Charaktere wird sich um Intrigen, Diplomatie, wirtschaftliche und strategische Aspekte drehen, denn natürlich wird um die neu gegründeten Fürstentümer nicht alles friedlich bleiben. Und Gefahren drohen nicht nur aus dem südlichen Thyatis, sondern auch aus dem im Westen gelegenen Wurmzahngebirge und dem eisigen Norden.

Bei den Charakteren kann es sich um neu erstellte hochstufige Charaktere handeln, oder auch um hochgestufte Überlebende der Grenzlandkampagne. Die Charaktere werden nach Standard-BECMI-Regeln, bzw. nach den Regeln der Rules Cyclopedia, erstellt, oder entsprechend konvertiert.

Die Fürsten der Kampagne können jeder Zeit ihnen untergebene Abenteurer (also von den Spieler:innen geführte Nebencharaktere) mit Aufträgen oder Questen betrauen, so dass auch niedrigstufige Abenteuer möglich sind, um die Kampagne aufzulockern (… spätestens wenn alle genug von Intrigen haben, und einfach nur auf einen klassischen old-school dungeon romp ausziehen wollen).

Ich hoffe auf intensives Rollenspiel z.B. bei politischen Verhandlungen, und unterhaltsame war game-artige Player vs. Player Situationen.

Startdatum: 10 Jahre nach der Grenzlandkampagne, also im Jahr 997

Kampagnenregeln: BECMI/Rules Cyclopedia rules as written. Hausregeln werden nach Bedarf ergänzt. Es wird ein einfaches offenes Fertigkeitssystem geben, dass heißt Charaktere können über besondere Fertigkeiten wie Schmiedekunst, Bootsbau, Architektur, Malerei, Gesang, Diplomatie, Geschichten erzählen usw. verfügen.

Norwold ist eine Sandbox im großen Stil, und eignet sich sehr gut als Open-Table-Kampagne: falls ein:e Spieler:in nicht mitspielen kann, wird der entsprechende fürstliche Spielercharakter eben aus geschäftlichen Gründen verhindert oder verreist sein. Natürlich ist dann nicht auszuschließen, dass die Abwesenheit der Herrschaft ihre Nutzniesser findet. Für Gelegenheitsspieler:innen, können bei Bedarf Charaktere für niedrigstufige Side-Quests erstellt werden.

Die Charaktere können zunächst frei schalten und walten, sich mit den Notwendigkeiten des Regierens befassen, ihre eigenen Intrigen spinnen und ausfechten. Das Gebiet ist erheblich größer als das Grenzland, und die Charaktere werden über Gebiete herrschen, die man jeweils für sich genommen als kleine Grenzländer auffassen könnte.

Eine schöne Besonderheit dieser Kampagnenform ist, dass die Spieler selbst viel Gestaltungsraum bekommen: eigene Karten für die Ländereien, eigene Burgen und Dungeons, eigene Questen für Untergebene und umherziehende Abenteurer. Denkbar wäre auch, dass die Spieler:innen für Abenteuer innerhalb des eigenen Hoheitsgebietes selbst die Spielleitung übernehmen.

M1 – Im Mahlstrom

Es gibt einen übergeordneten Plot, der aber erst im Laufe der Kampagne langsam an Einfluss gewinnen sollte, und dann in ein eher lineares Endgame, die Konfrontation mit den Unsterblichen, münden wird.

Die Kampagnenzeit wird kontinuierlich fortschreiten, jedoch ebenfalls im großen Maßstab, voraussichtlich ein In-Game Monat pro Woche – ca. 4 In-Game Jahre pro Spieljahr (die Charaktere könnten im Verlauf dieser Kampagne also tatsächlich alt werden). Die großen Konflikte werden bei Bedarf mit den War Machine Regeln aus BECMI ausgespielt.

(*) BECMI steht für Basic-Expert-Companion-Master-Immortals, ein Serie von D&D Regelmodulen, die in den 1980er Jahren veröffentlicht wurden, und – auf Basic D&D aufbauend – bis zur Charakterstufe 36 und der darauf folgenden Unsterblichkeit führen.

Das Jahr 986 im Grenzland

EINE SINNVOLLE KAMPAGNE KANN ES OHNE DAS GENAUESTE FESTHALTEN DES ZEITVERLAUFS NICHT GEBEN. — Gary Gygax, AD&D Handbuch für Spielleiter, 1979

Die Grenzland-Kampagne hatte ihre erste Spielsession am 08.04.2016. Seit dem ist einiges passiert, und es wurde fast durchgehend eine Chronik geschrieben. Es fing an mit dem Modul B2 – Festung im Grenzland und den Regelbüchern der “Roten Box”. Später sind wir zu den Originalregeln von 1974 über gegangen, und haben diverse Hausregeln hinzugefügt, die in Wanderer Bills “Menschen & Magie – Grenzland-Hausregeln 2020” festgehalten sind.

Auf https://donjon.bin.sh/fantasy/calendar/ gibt es ein sehr praktisches Tool um beliebige Fantasie-Kalender zu erstellen. Diese lassen sich auch in einem einfachen Textformat speichern, welches ich seit einigen Monaten zum Kampagnen-Management einsetze.

In der hier verlinkten Textdatei findet sich das Jahr 986 aus Sicht des DMs. Etwa im letzten Drittel dieser, zugegebener Maßen absurd langen Textdatei, kann man gut sehen, wie die verschiedenen, zum Teil zeitlich parallel verlaufenden Handlungsstränge zu ganz unterschiedlichen Zeiten ausgespielt wurden: interessant ist zum Beispiel der 18. und 23. Blumar.

Seit Herbst 2020 verläuft die Zeit im Grenzland kontinuierlich parallel zur Realzeit. Vergeht hier eine Woche, ist auch im Grenzland eine Woche vergangen. Das hat zumindest für mich als DM die Kampagne sehr viel konsistenter werden lassen, und es ergeben sich zum Beispiel auch der Vorteil, dass die Charaktere, sofern sie die Spielsitzung an einem sicheren Ort beenden konnten, auch einen realistischen Zeitraum haben, um Wunden zu heilen und Vorräte aufzustocken.

Ich finde diese Regel zur kontinuierlichen Kampagnenzeit so überzeugend, dass ich sie in jeder neuen Kampagne wieder so einsetzen würde.

Legende zur Kalenderdatei

Die in “//” eingefassten Daten sind die Tagesdaten an denen gespielt wurde. Daten die mit “++” markiert sind “verankern” den Grenzlandkalender in unserer terranischen Zeitrechnung. Zum Beispiel fiel der 20. Blumar 986, ein Markttag mit dem 01.01.2021 zusammen.

Die Mondphasen werden mit folgenden Symbolen gekennzeichnet: “(]+”, “(]” und “(” abnehmend, “-” Neumond, “)”, “[)” und “+[)” zunehmend, “(+)” Vollmond.

Getting to know Traveller 5

A simple Brawl

So, I recently got the Three Big Black Books on ebay. The precious package arrived last week and I’m slowly starting to get a grip on the huge amount of information and the organization of these three mighty tomes – together they’re almost 700 pages of Sci-Fi goodness.

So to get a feeling for the system, lets quickly whip up two characters and have them face off in a brawl. I spared the regular character creation system for now and just rolled up two Universal Personality Profiles or UPPs and gave equal skills in unarmed combat to both contestants.

Here’s Roy Red: 37A578, Unarmed-2, Fighter-0

Roy’s pretty weak with a Strength of only 3, but then he’s quite tough with an Endurance of 10 (that’s the “A” in his UPP). Interesting … maybe he suffered some kind of handicap during his prior career but thereby learned how to live through adversities.

Gary Green: 755B59, Unarmed-2, Fighter-0 is of average Strength, but much less enduring then Roy (Endurance is 5 versus Roy’s A). Also Gary is somewhat less dexterous than Roy (Dexterity 5 vs. Roy’s 7).

Let’s see how this will work out in the fight. Note, that I’ll not take into account any of the other stats. Just for the sake of an example, I assume that Gary and Roy got into an argument, and finally Gary started to attack Roy physically.

Unarmed combat uses the melee rules found on page 203 of Book 1 “Characters and Combat”. First thing to do is figure out each characters “melee number”, shortened “MN”.

Roy’s MN is Stregth 3 + Figther-0 + Unarmed-2 = 5, whereas Gary’s MN is Strength 7 + Fighter-0 + Unarmed-2 = 9.

Now in order to effectively attack an opponent each of the two needs to roll two dice (2D) under a target number derived as attackers MN (or AMN) minus defenders MN (or DMN). So Gary would need to roll 9 – 5 = 4 or less on 2D to hit Roy, while Roy would need to roll 5 – 9 = -4 on 2D to hit Gary. Obviously the latter is not even possible.

But now consider this little gem of gaming rules: the target number can be modified by Dexterity, which can be spent as bonus points until it is used up. So Roy still can have a chance to hit Gary if he spends Dexterity Points to increase his chances to successfully hit Gary. Also each combatant can only engage in a number of combat rounds equal to his Endurance. After that he’ll only be able to continue attacks at a significant penalty (with regard to this penalty, there unfortunately seems to be an error in the rules, so let’s skip this for now).

But let’s see how this brawl will play out:

RoundGary 755B59 MN 9Roy 37A578 MN 5
1– starts the brawl punching Roy: AMN 9 – DMN 5 = 4. The Target number gets bumped up by using up 2 Dexterity Points thus making it a 6. Gary rolls a 4 and lands a blow causing 7 points of damage (that is damage equal to Gary’s Strength of 7)
– Roys blows do no harm
– takes 7 points of damage, his Endurance is now down to 3.
– Roy is panicking and invests all his 7 Dexterity Points into his attack. Also, since Gary started the brawl, Roy gets a +1 to hit back: AMN 5 – DMN 9 + 7 +1 = 4. But alas, he rolls a 6 and thus fails to retaliate.
2– Gary, now even more angry at Roy tries to punch him again: AMN 9 – DMN 5 = 4. He almost seems to go berserk and invests his remaining 3 Dexterity Points. So he’d need to roll a 7 or less on 2D. But he rolls an 8 and fails to hit Roy this time.– Roy, having spent all his Dexterity Points in the first round can’t do anything but try to avoid Gary’s incoming punches. No roll needed or possible.
3– Gary, tries to hit again but now he rolls a 7 against his target number which is now an unmodified 4.– Roy evades Gary’s attacks. No roll needed or possible.
4– Once more, Gary tries to land a blow, but again rolls a 7 against a 4.– Roy evades, but his Endurance, which was lowered from A to 3 in the first round, is now spent. He staggers. No roll needed or possible.
5– Finally, before Gary is exhausted, he tries to head butt Roy, but again fails his roll with a 6 versus 4.– Roy can hardly keep to his feet, but dodges once more. No roll needed or possible.
6– Gary is exhausted just as Roy is, the fight stops.– Roy slumps onto a bench, wiping his bloody nose.

Now, while it felt somewhat odd, that Roy could only effectively roll dice in the first round, I find this little experience quite interesting and a refreshing change from your usual D&D roll down the hit points fights.

First, there is this unique strategy option with allocating Dexterity Points to individual attacks. Do you spent them all at once? little by little? Only as things seem to turn against your favour?

Second, I very much like the exhaustion rules. This inhibits fights becoming endless non-sensical dicing duels.

Third, and I think that’s the one I like best: This fight is technically over after 5 rounds without anyone beeing killed, not even unconscious.

Obviously violence just can’t settle this conflict: time for role playing!

Also, as a finishing note for this post, I love how those utterly frugal stat blocks of the two characters are used to maximum effect. And I can totally see how some Traveller enthusiasts have put it: Traveller 5 comes round full circle to it’s Classic Traveller roots!

PS: in fact on page 127 of book 1 there is a rule on “Spectacularly Stupid” rolls when the target number is lower then the number of dice to be rolled: Roy’s player could have decided to try to roll a 3 on 3D every round after the first (that is a one on each of the three dice). Thus fishing for “Spectacular Success” would be highly unlikely with a probability of < 1%, but I’d surely add to the fun. I also like the witful diction …

Thoughts about combat rounds in OD&D

In our games of Original D&D combat rounds usually follow a rather loose routine. Out of habit I usually begin combat time by asking to roll for initiative. Thinking about what I’ll describe in this post, I now believe, that this is a bad habit!

Order of actions should not only depend on random die rolls but just as well on tactical decisions made by the players. At any rate, the way things usually develop, actions are declared and rolled for as everyone sees fit. This tends toward being a hot mess, but most of the time combat gets dealt with quickly and entertainingly and usually without too much complication or the feeling of things being unfair.

Yesterdays game however offered a rather standard situation that illustrated, how an ordered combat round would have made quite a difference. The setup of the scene was like this:

Three player characters, lets call them Sander the Medium, John the Acolyte and Gregory the half-elven Veteran-Medium, walked down a winding path towards the infamous parish of Nulb, when they were waylaid by a bunch of bandits. A roll for surprise revealed that no side was surprised, the player characters noted some movement in the shrubs ahead and could discern the crooks ready to attack them. Another roll indicated a distance of some 50 yards. I narrated how three bandits got up and aimed with their bows (a long distance shot with a short bow as I realise now), and how another three bandits began charging at the PCs wielding spiked clubs.

Order of actions

Now I asked the players for actions, and to roll for initiative. The players of John and Gregory declared to ready their weapons and move for cover. The player of Sander declared to throw a sleep spell at the attackers, and since the group won the initiative I let him roll for numbers of hit dice affected right away. He rolled high, a 12 if I remember correctly, so no doubt he put all of the attacking bandits to sleep … at once … no bow shots, no clubbing … Combat had ended (for now) before it’d begun, with not much to do for the other two player combatants – a dull victory.

OD&D has no fixed rules on order of combat, but our house rules document does. With a nod to the Chainmail rules the order in a combat round is stated thus:

  1. Check for surprise
  2. Declare actions and spells
  3. Roll for initiative
  4. Movement and ranged attacks both sides (!) in initiative order.
  5. Spells take effect (!)
  6. Melee attacks both sides in initiative order
  7. Second ranged attacks for units/characters that did not move during the movement phase.

You will have noticed, that I had skipped the ranged attacks, before the sleep spell took effect. And clearly the scene might have developed quite differently, had I let the bandits loose their arrows just before the sleep spell put them to sleep. The odds for the player characters wouldn’t have been so bad, since a bow shot at Sander would have been at a -4 for distance, and the shots at the other two player characters would have been at a -6 for distance and cover. Still I believe the scene would have felt much more tense and uncertain if I had kept to the proper order. With a slim chance Sander might have been hit, while casting the spell, which would have negated its effect completely. Much more would have been at stake and the victory they achieved would have felt like much more of an accomplishment.

There is also a story telling aspect to this. Casting spells is never easy, it takes time and effort. Introducing a logical break between the declaration of casting a spell and having said spell take effect illustrates this.

Spell Casting in Combat

In order to add some interest and “save” the encounter, I whipped up two more bandits who’d sneaked around the PCs and where now charging in from their flanks. Gregory declared his own sleep spell, but was meleed by one of the bandits, so I ruled he lost his concentration on casting his spell. Sander got hit badly by the other bandit, lost all but one hit point, but could strike back with his staff, downing the bandit, which again caused the other bandit to loose his morale and flee.

Thinking about this I believe here is another mistake. Gregory shouldn’t have lost his sleep spell. He should have lost his concentration only if he’d got hit successfully by his opponent. But the opponent missed his attack roll. Again OD&D has no fixed rules on this, and the situation seemed to be logical. However the original Dungeon Masters Guide is quite explicit on this, and with good reason I think:

“Being struck by something during casting will spoil the spell”

and

“Any successful attack, or non-saved-against attack upon the spell caster interrupts the spell.”

In fact as I see it now, the first sleep spell should have been at stake to be spoiled by a bow shot, while the second should have taken effect as the spell caster was not hit while in melee.

Putting the two topics of this post together also hints at an important tactical option. Casters who notably begin casting spells should become preferred targets for ranged attacks, in order to prevent them from casting.

So here it is, two seemingly minor details which can add so much interest and tactical depth.

Note to self

  1. when declaring combat time, focus on proper order of actions!
  2. whenever an opponent starts to cast a spell, be sure to describe to the players how he does so!

Grenzland Kampagnen-Regeln

Auf dem Grognardia-Blog wurde neulich über große Gruppen geschrieben. Kurz nachdem ich den Post gelesen hatte, traf ich beim Asia Imbiss einen alten Freund, der zu den ersten Spielern unserer Grenzland-Kampagne gehörte. Er meinte er wollte mal wieder mit spielen. Gleich darauf meldete sich dann auch noch ein weiterer früherer Mitspieler per SMS, und fragte, ob wir eigentlich zur Zeit online spielen, und ob er nicht mal wieder mitspielen könnte.

Freut mich! Yay! – Die Kampagne kann immer mehr Spieler gebrauchen … the more, the merrier!

Allerdings steigen damit auf die Anforderungen an Spiel- und Terminplanung und die Regelung der Gruppengröße.

Daher hier nochmal die Kampagnen-Regeln:

Termine

  • Die Spieler planen die Termine.
  • Übliche Spielzeit ist Freitags von 19:00 bis etwa 23:00.

Die Spieler sollten sich in der #taverne auf dem Grenzland-Discord-Server verabreden:

Wo im Grenzland soll gespielt werden? Was haben die Charaktere dort vor?

Die Grenzlandkampagne, 5. Spielzeit gibt einen Überblick über die aktuellen Schauplätze.

Seat Limit

  • Online-Runden: 6 Spieler
  • Runden bei uns zu Hause am Tisch: 8 Spieler
  • Runden am großen Tisch z.B. im Würfel & Zucker: 10 Spieler

Es gilt first come first serve – wer zuerst kommt, malt zuerst. Wenn die Runde schon ausgebucht ist, dann zettelt einfach die Nächste an!

Charaktere

Charaktere fallen nicht einfach so vom Himmel, und können sich nur teleportieren, wenn sie über die entsprechendenen magischen Mittel verfügen.

Hat ein Spieler am Ort der Handlung noch keinen Charakter kann er sich entweder einen neuen Charakter erstellen, oder seinen am nächsten stehenden Charakter nach den Reiseregeln schnell an den Ort der Handlung reisen lassen.

Als Ersatzcharaktere sind Söldner und Gefolgsleute immer eine gute Wahl, also kümmert Euch um Gefolgschaft. Auch auf Märkten und in Tavernen sollte man geeignete Ersatzcharaktere finden können.

An Orten an denen außer den Spielercharakteren und deren Gefolgschaft keine Charaktere sind, gibt es keine Ersatzcharaktere – Game over bis zur nächsten Taverne.

Spielberichte

Es wäre großartig, wenn nach jeder Runde die Spieler in der #taverne berichten, was sie erlebt haben. Gibt es neue Entdeckungen? Haben sie neue Gerüchte aufgeschnappt? Das ist die beste Grundlage um Pläne für die nächste Runde zu schmieden.

Kampagnen-Zeit

Die Zeit im Grenzland verläuft in Echtzeit. Dass heißt, auch wenn ein Charakter über einen längeren Zeitraum in der “Taverne” verweilt, wird er älter, und die Welt im Hintergrund entwickelt sich weiter.

Inspiration

Grand Experiments: West Marches – Der Blog-Post über die originale West Marches Kampagne.

Open Table Manifesto – Ein Blog-Post auf The Alexandrian … über Open Table Kampagnen.

Wanderer Bills Menschen & Magie

Vor fast zwei Jahren, im Januar 2019 habe ich mit meinem Projekt Menschen & Magie begonnen. Es sollte eine Hausregelsammlung für den Spieltisch werden. Gleichzeitig aber sollte es neuen Spielerinnen, die vielleicht noch nie etwas mit Fantasy Rollenspielen zu tun hatten, eine informative Einführung sein, die auch die historischen Aspekte der ersten Rollenspiele in den frühen 1970ern berücksichtigen sollte. Nicht ganz einfach, wie die erste Probeversion zeigte. Ein unvollständiges Konvolut aus Querverweisen, Tabellen und Fußnoten. Mein Nachbar legte die Stirn in Falten und fragte, wer eigentlich die Zielgruppe sei … hm … keine Ahnung …

Aber inzwischen ist das Projekt gereift – und zwar zu drei Bänden:

Menschen & Magie: Wanderer Bills Spielerhandbuch für Old-School Rollenspiele

Das Spielerhandbuch ist nach vie vor das einführende Werk. Es erklärt an Hand einer Charaktererschaffung nach den Regeln der drei braunen Büchlein von 1974 worum es in dem Spiel eigentlich geht, und wie man spielt. Außerdem geht das Spielerhandbuch auf das Spiel in langen Sandbox-Kampagnen ein, was für meinen Geschmack in vielen vergleichbaren Regelbüchern zu kurz kommt.

Als Gimmick enthält das Spielerhandbuch eine deutsche Übersetzung von Necropraxis würfelbaren Ausrüstungstabellen, nochmals Dank an Brendan, dass ich die Tabellen benutzen durfte.

Als der System-Matters Verlag in diesem Sommer den ersten System-Matters Fanzine-Wettbewerb ankündigte war für mich klar, jetzt muss ich mich mal ran halten, und das Projekt über die Rampe bringen. Das Spielerhandbuch wurde mein Beitrag zum Wettbewerb. Es gehörte zwar nicht zu den Gewinnern des Wettbewerbs – die drei Gewinner haben sich völlig zu Recht platziert – aber meine 20 eingeschickten Exemplare waren, wie der Großteil aller eingeschickten Fanzines, nach rund einer Stunde im Online-Shop ausverkauft.

Einen Nachdruck des Spielerhandbuchs, mit etwas schlichteren Ausrüstungstabellen wird es in Kürze als PDF und Print on Demand bei DrivethroughRPG geben.

Menschen & Magie: Grenzland-Hausregeln 2020

Die Hausregeln 2020 sind das eigentliche Referenzwerk für den Spieltisch. Es orientiert sich grob an Swords & Wizardry Core, enthält also auch eine Klasse für Diebe. Außerdem gibt es als Gimmick die Klasse der Punks: eine Unregelmäßigkeit im Ebenengefüge hat sie in die Fantasy-Welt verschlagen. Neben den üblichen Fantasy Halbmenschen Spezies Elfen, Zwergen und Halblingen, gibt es Regeln für Orks, Goblins und ähnliche Humanoide, falls diese als übernommene Nichtspielercharaktere zu Spielercharakteren werden. Und auch die Klasse der Druiden ist berücksichtigt. Allerdings kann man nur im laufenden Spiel zu einem Naturgeweihten werden. Man kann nicht als Druide das Heldenleben beginnen.

Die Grenzland-Hausregeln 2020 gibt es für kleines Geld als PDF und Print on Demand bei DrivethroughRPG!

Menschen & Magie: Arkanes Wissen und Zaubersprüche

Das Buch mit den Zaubersprüchen für alle Stufen. Meine Philosophie als Spielleiter ist ja, dass die Spieler eigentlich nur die Regeln der 1. Charakterstufe brauchen, da die Charaktere ja dann alles weitere im Spiel entdecken – auch neue Fähigkeiten und Zaubersprüche. Andererseits lehrt die Realität am Spieltisch, dass es auch eine Referenz für Zaubersprüche braucht. Ich habe dazu ein unter OGL veröffentlichtes deutsches Regelwerk als Grundlage ausgesucht, und die darin enthaltenen Zaubersprüche überarbeitet und an die Nullte Edition bzw. an Swords & Wizardry angepasst. Im Laufe der Zeit kamen dann auch noch ein paar eigene Sprüche hinzu, zum Beispiel die Gunst der Fortuna, ein Spruch der die Big Purple d30 Rule in Form eines Zauberspruchs ins Spiel bringt.

Arkanes Wissen und Zaubersprüche ist als PDF und Print on Demand bei DrivethroughRPG erhältlich.

Wie geht es weiter?

Drei weitere Bände sind in Arbeit:

Menschen & Magie: Monster und Schätze ein Monsterbuch mit sehr vielen Würfeltabellen, Menschen & Magie: Geheimes Wissen, Wanderer Bills dekonstruktivistisches Spielleiterbuch, welches sich mehr als Werkzeugkasten versteht, indem es nicht nur die ursprünglichen Regeln in seine Einzelteile zerlegt, und die Hausregeln 2021, die auf den aktuellen Hausregeln aufbauen, aber Elemente aus modernen OSR Regelwerken wie White Hack und Into the Odd enthalten.

Außerdem ist und bleibt Menschen & Magie ein Open Source-Projekt! Die Quelldateien sind frei auf Github verfügbar. Jeder kann sich dort den Versionsverlauf anschauen, von der ersten Stümperversion, über Fehltritte bis hin zum aktuellen Stand der Dinge. Dort kann man also auch sehen, wie Wanderer Bill mit dem Monsterbuch und dem geheimen Spielleiterwissen voran kommt.

Da Menschen & Magie quelloffen ist, steht es natürlich auch jedem frei, sich seine eigene Version von Menschen & Magie zu basteln. Für die Einhaltung der Lizenzbedingungen solcher Derivate legt Wanderer Bill aber natürlich nicht seine Hand ins Feuer.

Die Grenzlandkampagne, 5. Spielzeit

Die Grenzlandkampagne geht in die 5. Spielzeit. Am 08.April 2016 war die erste Session, die mit dem Modul B2 – Festung im Grenzland begann. Zu Beginn spielten wir nach Regeln der “Roten Box”. Inzwischen sind wir zu den Regeln von Original D&D in der nullten Edition übergegangen, und die Kampagnenwelt um die Festung im Grenzland hat sich erheblich ausgedehnt.

Ganz nach dem Motto: “prep situations not plots” hier eine zusammenfassende Einleitung für die neue Staffel:

Es ist Herbst geworden im Grenzland, morgens liegt Nebel in den Tälern und die Berggipfel in den Höhenlagen sind bereits eingeschneit. Aber viel bedrohlicher als der heraufziehende Winter sind die politischen Verwerfungen, welche die letzten Wochen mit sich gebracht haben.

Das Grenzland, der nordöstlichste Teil des Herzogtums Karameikos, ist von Truppen aus dem im Osten von Karameikos gelegenen Thyatis besetzt worden. Ganz überwiegend haben die wenigen zivilen Bewohner des Grenzlandes sich den Thyatischen Eroberern freiwillig ergeben. Was hätten sie auch unternehmen sollen, angesichts der Übermacht. Mehrere Reiter sind nach Spekularum im Süden entsandt worden um Herzog Stefan vom Eindringen der Thyatischen Armeen zu unterichten. Die Menschen des Grenzlandes rechnen daher täglich mit dem Eintreffen von Stefans Truppen.

Die bekannte Kampagnen-Welt

Entspannte Spannung am Grenzübergang

Am Grenzübergang östlich von Hommlet stehen die Thyatischen Truppen unmittelbar hinter der Grenzlinie. Sie haben den alten Turm zu ihrem Grenzstützpunkt gemacht, und sind damit beschäftigt, ein kleines Garnisonsgebäude zu errichten. Sie respektieren bisher die Grenze zu Darokin und es haben sich zwischen den Thyatischen und Darokinischen Grenzern – zu letzteren zählen auch Hauptmann von Berg, und der treue Tiefbart – vorsichtige, freundlich-kameradschaftliche Kontakte ergeben. Das Monstergebrüll welches noch vor wenigen Wochen immer wieder von unter dem alten Turm herauf drang ist verstummt. Die Thyatischen Söldner behaupten, dass sie mit Feuer und zahlreichen bewaffneten Kämpfern ein großes Ungeheuer bezwungen hätten, welches sich in einer der natürlichen Höhlen unter dem Turm in einem riesigen stinkenden Müllhaufen versteckt hatte. Andererseits wird viel gemunkelt über die unendlichen Höhlen unter dem alten Turm, einige sagen es gäbe dort einen unterirdischen Wasserfall, andere behaupten es ginge dort so weit in die Tiefe bis das Gestein flüssig werde. Die Thyatische Führung ist deswegen nervös und sucht nach Möglichkeiten die Gerüchte zu klären.

Burgfrieden im Tal der Landa Heri

Die weiten Wiesen um die Burg von Landa Heri sind ebenfalls von thyatischen Söldnern bestetzt worden. Sie haben etwas abseits der Burg ein großes Zeltlager errichtet. Landa Heri wird auch von Thyatis als bedeutende Klerikerin verehrt und anerkannt. Ihr ist gemeinsam mit ihren Anhängern eine Art autonomer Status zugesichert worden – unter der Voraussetzung, dass sie die Beanspruchung der umgebenden Täler durch Thyatis toleriert. Jüngst berichteten Thyatische Söldner von einem seltsamen Phänomen etwa zwei Tagesmärsche südöstlich von Landa Heri’s Burg. Hoch auf einem Plateau in den schroffen Bergen habe man an einem Tag eine gewaltige schwarze Festung erspäht, am Folgetag sei sie dann spurlos verschwunden gewesen. Da er seine eigenen Truppen schonen möchte, hat Feldwebel Epiphanius deshalb Landa Heri vorgeschlagen eine Expedition auszurüsten um näheres über das seltsame Phänomen zu erfahren – nicht zuletzt fürchtet er eine Bedrohung hinter den eigenen Reihen.

Landa Heris Burg

Gerüchte in Hommlet

In Hommlet bereitet man sich mal wieder auf das Schlimmste vor. In Gundigoots Guter Stube wird hitzig diskutiert wie man sich verhalten soll, falls es praktisch vor der eigenen Haustür zu einem Waffengang zwischen Thyatis und Karameikos kommen sollte. Außerdem ist man ungewiss, ob sich die düsteren Milizen von Nulb einer der beiden Seiten angeschlossen haben, oder weiterhin noch ganz andere Dinge verfolgen. Schließlich berichten Händler gelegentlich, dass sich in Karameikos jüngst viele einfache Bauern, aber auch einige Zauberkundige dem strengen aber rechtschaffenden Orden der Einmonder angeschlossen haben – Die Kleriker des St. Cuthbert werben für Toleranz, allein Jarroo findet klare Worte: er hält die Bewegung der Einmonder für bedenklichen Unfug.

Gute Stimmung in der Felsenheimat

Nachdem vor einigen Wochen eine nicht mehr ganz unbekannte Heldengruppe aus dem Grenzland den kleinen Bergarbeiterort Kinbarak von Untoten und schleichender Verderbnis befreit hatte, wird in Kinbarak wieder aufgebaut. Prospektoren haben in der alten Höhle neue Erzadern entdeckt, die durch das seltsame Sprossen einer mächtigen Eiche mitten in der Haupthöhle frei gelegt wurden. Beon ist exkulpiert worden und hofft nun gemeinsam mit den wenigen Überlebenden Kinbaraks eine neue Heimat aufzubauen. Zum feiern zieht man gerne nach Jarnmörk. Dort gibt es erstklassige neumodische Musik genau nach dem Geschmack der Zwerge, und die Kampfarena ist renoviert worden. Man hat einfach eingesehen, dass man alleine aus Marketinggründen die Pitfights nicht länger als illegales Schmuddelgeschäft auffassen sollte. Daher werden jetzt auch immer wieder mutige Abenteurer gesucht, die den Arenabetreibern möglichst ausgefallene und seltene Monster beschaffen.

Hanse Agents Inc.

Idee für eine Classic TRAVELLER Open-Table Kampagne

Hintergrund: Die Hanse Agents Inc. ist eine Agentur für Privatdetektive die alleine oder in kleinen Teams im Dienste diverser Auftraggeber arbeiten. Typische Tätigkeitsfelder sind Kurierdienste, Aufträge von Geschäftsleuten zur Beobachtung von Konkurrenten, oder z.B. Schutz von Betriebsgeheimnissen, Bereitstellung von Personenschutz und Eskorten für Adelige, aber auch gelegentliche kriminalistische Nachforschungen im Auftrag imperialer Stellen. Oberstes Gebot ist absolute Diskretion.

Lucio Persson, 58 Jahre (687BC9), Geschäftsführer der Hanse Agents, zahlt seinen Leuten ein Grundgehalt von 2000 Credits im Monat, zuzüglich einer Provision und Spesen je nach Auftrag.

Spielercharaktere: Charaktere werden nach den Standard-Regeln von Classic Traveller (Book 1, Characters and Combat bzw. deutsches Traveller Regelbuch) erschaffen. Es handelt sich also um Veteranen des imperialen Scout-Dienstes, der Interstellaren Marine, der Handelsmarine, ehemalige Soldaten, sowie vielleicht auch ehemalige Kriminelle und sonstige Lebenskünstler, die sich nun bei den Hanse Agents in „ruhigere Fahrwasser“ begeben haben.

Startdatum: 001-1105 (entspricht dem 1. Januar 5625 AD alter terranischer Zeitrechnung)

Hauptquartier: AECO Hiport, eine mächtige geostationäre Raumstation über Nordafrika, Terra, Sol Subsector, Solomani Rim, rund ein Jahr Reisezeit randwärts von Zentral, dem Sitz des Imperators entfernt.

Der Solomani Rim ist insgesamt technologisch hoch entwickelt, es gibt jedoch auch abgelegene Welten mit niedrigem technischem Stand, etwa vergleichbar mit dem irdischen Mittelalter. Nanotechnologie, und die offiziell verbotene Psionik, ermöglichen „Wunder“ die Hinterweltler an Magie glauben lassen. Die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Phänomene sind jedoch seit langem geklärt. Während der Solomani Rim ganz überwiegend von Menschen bevölkert wird, trifft man gelegentlich auch auf fremde Sophonten wie Weganer, Hiver und die gefürchteten Aslan.

Kampagnen-Regeln: Open-Table, am Ende jeder Sitzung sollte der jeweilige „Auftrag“ abgeschlossen sein, zumindest sollten die Charaktere einen sicheren Raumhafen erreichen. Die Kampagnenzeit verläuft in Echtzeit.

Lucio Persson fungiert fürs erste als Standard-Auftraggeber. Die Charaktere sollten aber eine eigene Agenda entwickeln, und ihre eigenen Ziele verfolgen.

Es gibt keinen vorgegebenen Plot. Die Geschichte entwickelt sich aus den Aufhängern in Verbindung mit Zufallsbegegnungen, Gerüchten und eigenen Zielen der Charaktere.

PS: Starter Traveller gibts als kostenlosen Download.

A system-agnostic magic system?

System-agnostic seems like a contradiction in itself. Let it be a conundrum to solve (thanks @anahata).

What I’m actually pondering here is a set of magic rules for tabletop rpgs, that would work across a variety of systems. Say it should plug in effortlessly into OD&D and Classic Traveller, but also work with GURPS or Fudge, and maybe even more story telling focused games like FATE or PbtA-Games.

If you think of magic spells as entities that actually break or alter the rules of any given game, it doesn’t seem too far fetched, to have them interface in a sensible way with differing base rules … I hope.

Why?

The undeniable advantage of popular gaming systems is their relatively wide spread availability, a lot of players might already have the relevant book, or can access it easily.

As I like to play old games, or maybe not so popular game systems, I usually don’t expect my players to shell out money for a non-main stream gaming book, or to tediously search the second hand market for a copy.

For players of mundane types as fighting-men, rogues or simple adventurers this usually isn’t a big deal, but the magic users player will at some point want to reference the exact wording of some spell … so she’ll need a book … a spell book possibly.

For this exact situation a freely available (think Creative Commons, OGL …) and easily accessible (free indexed PDF, print yourself at cost at the local copy shop) would be ideal.

So let’s see what can be done …

What’s in a Spell?

I think if you look at the various spells in, say D&D and GURPS, there are certain recurring elements:

  • The spells effect
  • Time to cast
  • Range to cast
  • Duration of the spell
  • Restrictions

The spells effect usually conveys a narrative right, like legitimating the player to state how the magic user moves through a wall, conjures a demon or transforms into a giant mantis or whatever. Under other circumstances, this narration would break the rules of the game. That’s why you need magic. Sometimes the narration directly accesses gaming mechanics, like a fire ball doing 6d6 damage … that’s rules system specific … that’s going to be the difficult part.

Time to cast, range and duration are simple and universal. Even in the far future or in the most unlikely fantasy realm time will come in seconds, minutes and probably also hours days, and so on, and range can always be measured in terms of real world length measurement. Nothing gamey here, use SI units.

Restrictions are important – they tell you when, and only when it is allowed to break the rules by using magic and what kind of effect this has on the base game moving along. Those restrictions make the game fair and playable. Common restrictions are:

  • Spell slots
  • Spell levels
  • Spell cost, in terms of mana, fatigue points, gold, rare ingredients
  • Time and range also act as restrictions
  • agreement and / or support of some super natural being in case of clerical magic

As already said, time and range come in real world SI units, and gold, ingredients and a deities opinion about magic are part of the narrative. But spell slots, levels, mana points are rules-specific, so this is where a “system-agnostic” system would need to substitute alternative, self-contained rules.

First take at universal magic *rules*

This is a work in progress … two basic ideas:

Spells have varying impact and effectiveness, this could be modeled by an abstract spell complexity on a range from 1 (low complexity, easy to cast), to 10 (high complexity, hard to cast).

Magic users probably will be more or less apt at working spells. This could be modeled by some magical aptitude stat. This might be an existing stat, like intelligence (INT) in the original game, it might be derived from a combination of existing stats, or it might be newly added to a given game system.

I think a magical aptitude in the usual 3d6 range from 3 to 18 should be in order. I know, this is somewhat specific, but it also is a very common range for gaming stats, facilitating success rolls with 1d20, 3d6 or derivatives thereof like 2d6, 4d6 or 2d20 with advantage/disadvantage. Also, if multiplied by 5 the 3-18 range converts to 15-90, which is convenient for percentile based systems, and there are commonly known ways, do convert 3-18 to the -4 to +4 range as used in Fudge and FATE.

Now put this together … How about this, just set up a matrix with the difference of magical aptitude and spell complexity:

Spell Complexity
Aptitude12345678910
3210-1-2-3-4-5-6-7
43210-1-2-3-4-5-6
543210-1-2-3-4-5
6543210-1-2-3-4
76543210-1-2-3
876543210-1-2
9876543210-1
109876543210
1110987654321
12111098765432
131211109876543
1413121110987654
15141312111098765
161514131211109876
1716151413121110987
18171615141312111098

This already seems to be somewhat usable to me.

For example, if a magic user with magical aptitude of 12 wanted to cast a spell of complexity level 2, he’d need to roll a 10 or lower on 1d20 or 3d6 … depending on the base rules in action. On a success, the spell would work as expected, on a failure it would fail with some narrative consequence told by the GM.

In a system with vancian magic spell slots, this success roll could indicate, whether the mage managed to learn the spell, and is able to use it safely from then on.

It’s obvious that a character with low magical aptitude and little experience will never manage to work high complexity spells. Or only under certain circumstances, yet to be defined. Seems alright to me.

Now, since those odds seem somewhat depressing, lets add some modifiers:

Experience

Measured on an abstract scale from 1 to 10, experience could be used as a direct modifier. The experience number could represent years of study in a story telling game, or be a derivative of character level in a more classical approach.

As an example, a Mage with aptitude 12 and 5 years of experience would need to roll a 12 or less in order to work a complexity level 5 spell (base number 7 and +5 for experience).

Time

A magic user might invest more or less time into working a spell. Modifiers could look like this, with a basic time to work a spell being hours:

SecondsMinutesHoursDaysWeeksMonthYears
-2-10+1+2+3+4

In essence, this would make it possible for a high experience mage to cast a spell within seconds, while his apprentice might take month or even years to master the complicated ritual.

The time to cast could be further quantified by rolling a d6, so 1-6 seconds for a combat spell, or 1-6 days for some necromantic ritual.

Cost

The magic users might invest a fraction or multiple of the base cost into working the spell. Again, think mana, fatigue points, gold … what ever your system uses. Modifiers could look like this:

Cost multiplier1/101/41/21210100
Modifier-3-2-10+1+2+3

You might think of yet other possible modifiers, but I think this basically covers it.

The actual Spells

I think in order to approach a wide range of spells in a generic way, I’d try a syntax based approach like in GURPS improvised magic, Maze Rats or Magic in the Moment, over on the Papers and Pencils blog: combinations of generic magical nouns and verbs like conjure, banish, hasten, heal, harm, fire, water, demon, monster and so on.

The actual number of magical words going into a spell could be used as yet another modifier. The more words, the higher the penalty ….

As I said, it’s a work in progress. I’ll try to model some commonly known spells with this system and see how it goes. Maybe start with good old light, heal light wounds, sleep and fireball. The players will certainly want those 😉